Wasserkraftanlage der Firma Busch in Bestwig
1887 plante der Gewerke Heinrich Busch den Bau einer Dependance in Bestwig. Er besaß eine Wagenachsenfabrik und eine Eisengießerei in Wehrstapel.
Am 09.05.1887 erwarb er von Freiherrn C. von Lüninck die Wasserrechte. Danach errichtete er in der Ruhr ein Stauwehr, wenige Meter nach Einmündung der Valme in die Ruhr. Am 21. 04.1888 beauftragte er den Zimmermann Clemens Steinrücke aus Eversberg mit dem Bau des Fabrikgebäudes.
Eine erste Wasserkraftanlage wurde schon im Jahre 1898 gebaut. Sie bestand aus 2 Turbinen, die insgesamt 135 kW leisteten. 1968 wurde die Anlage wegen schwankender Wassermassen in der Ruhr außer Betrieb gesetzt.
1983 wurde der gesamte Kraftwerkskomplex unter der Leitung von Horst Humpert saniert, und Turbine und Generator liefen wieder an.
Die Forderung nach dem Bau einer Fischtreppe und die damit zu tragenden Kosten hat um 2005 die Firmenleitung veranlasst, die Anlage aufzugeben. Das Wasserrecht wurde zurück gegeben, der Graben vom Wehr zum Fabrikgebäude verfüllt und die technischen Anlagen zurück gebaut.
Technische Daten
Nach der Sanierung 1983 deckte die Wasserkraftanlage ein Drittel des Stromverbrauchs der Firma.
Die geografischen Gegebenheiten für eine Wasserkraftanlage wurden durch die Nähe zur Ruhr als ideal bezeichnet.
Die gesamte Anlage erzeugte bei einem Gefälle von 4 m und einer durchschnittlich zur Verfügung stehenden Wassermenge von 4,5 cbm pro Sek. eine mittlere Jahresleistung von 500.000 kWh.
Technische Daten der Turbine
Typ: Francisturbine, stehend
Baujahr: 1983
Hersteller: Voith
Leistung: 92 kW
Drehzahl: 162 min
Technische Daten des Generators
Typ: Asynchrongenerator
Baujahr: 1983
Leistung: 81 kW
Spannung: 400 V (158 A, 50 Hz)Drehzahl: 1.010 min
Die Ruhr nach der Renaturierung
Die Ruhr nach der Renaturierung 2008 mit Rauher Rampe als Fischaufstieg Fotos: 2016












